Mittwoch, 21. Mai 2025

Versuche mit einer 0,25mm-Lochkamera; G. Keil

 Je kleiner das Loch, umso mehr gewinnt man an "Schärfe"

Ralph hat eine Lösung im Internet gefunden, mit welcher auf einfachste Weise das Loch im Gehäusedeckel auf 0,25 mm verkleinert werden kann. Er hat mir diesen präparierten Gehäusedeckel zur Verfügung gestellt. Dieser lässt verständlicherweise weniger Licht durch als mein Deckel mit einem 3mm-Durchmesser-Loch.

Der Effekt: Mehr Schärfe; rechts mit Aufnahme mit 0,25 mm

Nicht wissenschaftlich exakt zeigt die Aufnahme dennoch die Wirkung

Von den folgenden Aufnahmen habe ich die meisten mit ISO20000 und 1/20 Sekunde gemacht Der Aufnahmeabstand war so um 10 cm, weil der neue Deckel eine Weitwinkel-Wirkung hat. Man beachte zudem, dass der Hintergrund nicht unschärfer wird und Dreck auf dem Sensor stark sichtbar, weil die Blendenzahl weit über die sonst übliche f22-Blendenzahl hinausgeht. Trotzdem werden die Bilder wegen der Beugungsunschärfe nie knackscharf.

Malen mit der Lochkamera

Wir hatten im Club uns schon des Öfteren dem Malen mit der Kamera gewidmet - zum Beispiel "Abstrakte Fotografie", "Gestische Fotografie (ICM)". In diesem Sinne ist auch das Fotografieren mit der Lochkamera zu sehen.

Erste Experimente unternahm ich nun am Esszimmertisch und spielte mit  Formen,  Kontrasten, Farbe, Licht und Unschärfen. Mit Lightroom entwickelte ich die Bilder unter Zuhilfenahme des KI-basierten Entrauschens und Vignettierung. Sensorstaub entfernte ich bewusst nicht.

Auf die Bilder kann man klicken, um sie größer angezeigt zu bekommen.

Eineinhalb Wochen alte Pfingstrosen - Wirkung von Farben

Kasperl macht das Modell - Wirkung von Formen

Ein ehrwürdiger Engländer unterm Lampenschirm - Wirkung von Licht



Das Ergebnis des kurzen Experiments ermutigt mich zu weiteren Lochkamera-Bildern. Hoffentlich lassen sich andere im Club auch anstecken











Montag, 5. Mai 2025

Mit der Lochkamera malen - Erste Versuche; G. Keil

Wenn wir am 26. und 27. Juli die Ergebnisse des Städtewettbewerbes präsentieren, dann wollen wir auch ambitionierte Fotografen ansprechen und ihnen zeigen, dass es im Camera-Club viele interessante Themen gibt. Während unserer Fototour im Bayerwald trafen wir letztens unser Mitglied Fritz Saller, welcher Erfahrungen im Fotografieren mit Lochkameras hat - also dem Fotografieren ohne Objektiv. 

 Arbeiten mit Unschärfen

In der Diskussion entstand die Idee, mit dem Thema Lochkamera-Fotografie Interessenten an künstlerischer Fotografie anzusprechen. Diese arbeiten gerne mit Unschärfen, um die Bildbetrachter emotional anzusprechen. 

Malerische Tulpen in Nachbarsgarten - Aufnahme per Loch im Gehäusedeckel

Unschärfe bedeutet, Details werden nicht aufgenommen, dadurch entstehen Fragen, was denn genau fotografiert wurde. Dadurch werden Bildbetrachter angeregt, sich mit dem Lochkamera-Bild näher zu beschäftigen.

Sehr einfache Do-it-yourself-Lochkamera

Sucht man nach fertigen Lösungen für Lochkameras, so ist das käuflich erwerbbare Angebot sehr, sehr begrenzt - insbesondere im Bereich digitaler Kameras. Für gewisse Canon- und Nikon-Kameras scheint es noch, fertige Lösungen zu geben.

Also habe ich mir als Sony-Fotografen im Internet Bauanleitungen angesehen, um mir ggf. selber eine Lochkamera zu bauen. Dazu nahm ich einen Kamera-Gehäusedeckel aus Plastik, wie er dem Kamera-Gehäuse beigefügt ist. In diesen bohrte ich als ersten Schritt ein Loch mit zirka 2 mm Durchmesser.

Für eine fertige Lochkamera wären noch weitere Schritte nötig. Aber ich wollte schon mal eine erste Wirkung dieser Konstruktion sehen.

Erste Versuche

Als nächstes entfernte ich das Objektiv von meiner Sony A7iii und schraubte den Plastikdeckel mit Loch in das Kamera-Bajonett. Es wurde der manuelle Modus M und Fotografieren ohne Objektiv eingestellt. 

Die Belichtung wird mit der Verschlusszeit und der ISO-Einstellung eingestellt. Die Wirkung kann im Sucher bzw. am Display sofort gesehen werden. Fotografiert habe ich mit Zeiten zwischen 1/40 und 1/200 Sekunden.

Das Loch im Deckel ist meine "Blende" und kann nicht variiert werden. Die Brennweite ist fix. Fotografiert habe ich im RAW-Format.

Erste "gemalte" Bilder

Wegen des Regenwetters lichtete ich Motive ab, die ich zuhause fand:

Meine Brille

Eine Zeitung

Schale und weißer Teller

Löffel auf dem weißen Teller

Frühlingszwiebeln

Azaleen im Vorgarten

Ein Blumenblatt

Ein Teil der Hausfassade

Erste Ergebnisse

Die Ergebnisse animieren mich zum weiteren Experimentieren. Die Belichtungen haben überraschend gut funktioniert, wiewohl ich mich als Zoom-Fotograf erst einmal wegen der Festbrennweite umgewöhnen musste. Eine kleinere Blende wäre schon gut, weil dann etwas mehr Schärfen kommen.

Aber: Wer total scharfe Bilder haben will, sollte nicht mit einer Lochkamera fotografieren.

Sicher verlangt das Thema "Lochkamera" noch weitere Beschäftigung. Mal sehen, wie ich zu einer besseren Lochkamera komme.


Donnerstag, 1. Mai 2025

Faszination Wald im Schwarzhölzl; Günther Keil

Gerade zurück von der Fototour im Bayerischen Wald  war ich mit meiner Frau quasi auf Auslauftour im Schwarzhölzl bei Karlsfeld. Es boten sich dem achtsamen Auge faszinierende Momente. Das Schöne daran, man muss gar nicht weit fahren. Das folgende Bild zeigt ungefähr, wo wir gegangen sind:

Eine genaue Routenbeschreibung findet sich in Rudolf Nützel, Waldpfade MÜNCHEN, auf Seite 72.

Moorwald bei Karlsfeld
Bald ist Einsendeschluss für den diesjährigen Städtewettbewerb, den der Camera-Club ausrichtet. Wer noch Motive sucht, könnte ja sich von folgenden Bilder anregen lassen. Wenn nichts gefunden wird, so war die Tour entspannend - wenn an Werktagen nicht so viele Radfahrer unterwegs sind.

Auf  dem Josef-Koller-Weg


Weg zu den Waldteichen

Blühende Walderdbeeren 

Akelei

Löwenzahn

Ziemlich gut getarnter Zitronenfalter

Seerosen-Blätter

Verdorrter Ast

Am Ufer eines Waldteiches

Entlang des Kalterbaches

Bald blühen sie ...

Im Gebüsch

Bäume im Moos

Stamm an Stamm

Hohe Kiefern

Frühlingsblühen

Schwarzhölzlberg


Mittwoch, 30. April 2025

Foto-Tour "Faszinierender Bayerischer Wald"

 Als ein Highlight für 2025 richtet der Camera-Club  wieder den internationalen  Städtewettbewerb aus.  Zu diesem sind unter anderem Bilder zum Thema „Faszination Wald“ einzureichen. Inhaltlich bedeutet dies laut Ausschreibung Folgendes:

Faszination Wald: "Ein Wald ist mehr als nur ein Ort, an dem viele Bäume wachsen. In unseren Fotos zeigen wir, dass er auch vielfältiger Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Pilze ist. Der Wald ist voller Faszination, Schönheit und Geheimnisse. Er bietet uns Menschen Erholung, Inspiration und Lebensfreude. …"

Da der Bayerische Wald in etwa 2 Stunden mit dem Auto zu erreichen ist, bietet er sich als Lokation zur Motivsuche an. Dort wollten wir vom 28. bis 30.April mit Fotos die Faszination des (Bayerischen) Waldes erspüren. Wie erfolgreich uns dies letztendlich gelungen ist, werden uns wieder zuhause die Nachbereitungen am PC und die Platzierungen beim Wettbewerb zeigen.

Als Schwerpunkte wählten wir "Wald und Wasser", "Urwald" und "Wald als Lebensraum für Tiere": 

  • Rundwanderung um den Großen Arbersee
  • Urwald Mittelsteighütte
  • Tierfreigelände im Nationalpark Bayerischer Wald 
  • Fine Art Prints von Fritz Saller
  • Urwalderlebnisweg Hans-Watzlik-Hain 
  • Am  Schwellbach entlang 

Rundwanderung um den Großen Arbersee
Der Große Arbersee war das erste Reiseziel und ist ein faszinierendes Naturjuwel im Bayerischen Wald. Er liegt an der Südostflanke des Großen Arbers, dem höchsten Berg der Region. Seine Umgebung ist geprägt von dichtem Urwald, Hochwald und einer beeindruckenden Felswand. Der See ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch ökologisch bedeutsam. Fotografisch war er eine Einstimmung auf die kommenden Tage.








Urwald Mittelsteighütte
Der Urwald Mittelsteighütte ist ein faszinierendes Naturgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald. Er liegt nordöstlich der Ortschaft Zwieslerwaldhaus und erstreckt sich über eine Höhe von 700 bis 800 Metern. Das Gebiet ist geprägt von alten Rotbuchen, Weißtannen und Gemeinen Fichten, die zum Teil über 500 Jahre alt sind. Besonders bemerkenswert ist die große Menge an Totholz, die eine wichtige Rolle für das Ökosystem spielt.









Tierfreigelände im Nationalpark Bayerischer Wald 
Das Tierfreigelände Neuschönau im Nationalpark Bayerischer Wald ist ein beeindruckendes Naturerlebnis, das Besuchern die Möglichkeit bietet, heimische Wildtiere in großzügigen, naturnahen Gehegen zu beobachten und Bilder von Tieren im Lebensraum Wald zu machen. 






Fine Art Prints von Fritz Saller
Unser Clubmitglied Fritz Saller hat seinen Lebensmittelpunkt nach Regen, seinem Geburtsort im Bayerischen Wald, verlagert und wir nutzten die Gelegenheit, sich mit ihm zu treffen. Er gab uns Tipps zu Fotomotiven und erklärte uns eine Lochkamera, mit welcher er beeindruckende Fotoergebnisse erzielt. Er hat auch einen 400 Seiten starken Bildband zum nahe gelegenen Falkenstein Schutzhaus mit exzellenten Fotos erstellt. Außerdem zeigte er uns in angeregter Diskussion eine Vielzahl von Fine Art Prints.





Urwalderlebnisweg Hans-Watzlik-Hain 
Der Urwalderlebnisweg Hans-Watzlik-Hain ist ein faszinierendes Naturgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald, das für seine gigantischen Baumriesen bekannt ist. In einem Urwald des Nationalparks Bayerischer Wald geschieht etwas Faszinierendes: Die Natur wird sich selbst überlassen! Der Wald darf ohne menschliche Eingriffe wachsen, sterben und sich erneuern. Umgestürzte Bäume bleiben liegen, Totholz wird nicht entfernt, und neue Pflanzen wachsen aus dem natürlichen Kreislauf heraus.










Am  Schwellbach entlang 
Ein Schwellbach im Bayerischen Wald hatte früher eine wichtige Funktion in der Holzwirtschaft. Er wurde genutzt, um Holz aus schwer zugänglichen Waldgebieten zu transportieren. Dabei wurde das Wasser in einem Schwellweiher oder einer Schwellanlage aufgestaut und dann schlagartig freigesetzt, um die Holzstämme mit der Strömung talabwärts zu spülen. 

Nahe unserem Quartier gab es einen Bach, welcher Wasser in einen Schwellweiher liefert. Er wird heute nicht mehr gebraucht, bot uns jedoch ansprechende Foto-Motive.